Warum nur Apple-Ladegeräte ihren Namen auf dem Mac zeigen
Schließt du ein Apple-Ladegerät an einen Mac an, siehst du 'Apple 96W USB-C Power Adapter'. Bei jedem Drittanbieter-Ladegerät steht nur 'Power Supply'. Hier erfährst du, warum, welche Daten trotzdem verfügbar sind, und wie USB-Verbindungsinformationen mit dem Unterschied umgeht.

Schließt du ein Apple-Ladegerät an einen Mac an, zeigt macOS die volle Identität: “Apple 96W USB-C Power Adapter”, samt Firmware-Version, Seriennummer und ausgehandelter Wattzahl. Schließt du irgendein Drittanbieter-USB-C-Ladegerät an, zeigt derselbe Mac nur - Power Supply. Keine Marke. Kein Modell. Nur die Wattzahl und eine Liste von Spannungsprofilen.
Das ist kein Bug und keine fehlende Funktion. Es ist eine bewusste Konsequenz daraus, wie USB Power Delivery funktioniert.
Wie sich Apple-Ladegeräte zu erkennen geben
Schließt du ein Apple-Ladegerät an einen Mac an, sprechen die beiden Geräte mehr als nur Standard-USB-Power-Delivery miteinander. Apples Ladegeräte tragen eine proprietäre Erweiterung von USB-PD, die speziell für das Apple-Ökosystem entwickelt wurde. Weil Apple beide Enden der Kommunikation kontrolliert - die Firmware des Ladegeräts und die API-Oberfläche auf macOS-Seite - kann diese Erweiterung umfangreiche Identitätsdaten übertragen:
- Den Produktnamen (“96W USB-C Power Adapter”, “40W Pwr Adapter 60W Max”)
- Die exakte Modellkennung
- Die Firmware-Version
- Die Hardware-Revision
- Die Seriennummer
USB-Verbindungsinformationen liest all das aus und zeigt es zusammen mit der aktuellen Wattzahl und der PD-Profilliste an.
Warum Drittanbieter-Ladegeräte das nicht können
Jedes Nicht-Apple-USB-C-Ladegerät spricht das Standard-USB-Power-Delivery-Protokoll. Dieses Protokoll ist hervorragend in dem, wofür es gedacht ist - sichere Spannung und Strom zwischen zwei fremden Geräten auszuhandeln -, aber es ist kein Mechanismus zur Produktidentifikation. Der Standard-Handshake umfasst:
- Unterstützte Spannungs-/Strom-Profile (PDOs)
- Variable Spannungsbereiche (PPS / AVS, falls unterstützt)
- Maximale Leistungsstufe
- Die ausgehandelte PD-Spec-Revision (1.0 / 2.0 / 3.0 / 3.1 / 3.2)
Nichts davon enthält “die Marke ist Marke X” oder “das Modell ist Modell Y”. Ein Drittanbieter-Ladegerät, das nur Standard-USB-PD spricht, hat im Protokoll keine Möglichkeit, seinen Namen an einen Mac zu übermitteln - also greift der Mac auf die generische Bezeichnung “Power Supply” zurück.

Das hier ist ein 30W-Drittanbieter-Ladegerät. Die Wattzahl ist korrekt. Die Spannungsprofile sind korrekt. Der variable Spannungsbereich (“PPS 5–11 V, bis zu 2,75 A”) ist korrekt. Es fehlt nur der Name - weil das Protokoll, das das Ladegerät spricht, keinen überträgt.
Powerbanks sind ein Sonderfall
USB-C-Powerbanks müssen sowohl als Quelle als auch als Senke aushandeln - sie können deinen Mac laden, und dein Mac kann sie laden. Diese bidirektionale Fähigkeit ist Teil der Standard-USB-PD-Spezifikation, weshalb auch Drittanbieter-Powerbanks sie während der Aushandlung angeben:

Die App liest dieses Fähigkeits-Flag aus und beschriftet das Gerät als “Battery Bank” statt als “Power Supply” - auch wenn der Markenname weiterhin fehlt. Wattzahl, PD-Profilliste und variabler Spannungsbereich werden wie gewohnt angezeigt.
Verbundene USB-Geräte sind anders
Das “anonyme Ladegerät”-Problem betrifft speziell Netzteile und die PD-Aushandlung. Sobald ein Ladegerät oder Dock dem Mac verbundene USB-Geräte präsentiert, identifizieren sich diese Geräte über einen komplett separaten Mechanismus - die Standard-USB-Enumeration -, der Hersteller- und Produkt-ID enthält. Ein verbundenes Dock, Laufwerk, Tastatur oder Display lässt sich also bis zum Modell genau identifizieren:

Das ist derselbe Mac, dieselbe App. Das Dock identifiziert sich als “Dell Thunderbolt Dock WD22TB4”, weil jedes USB-Gerät seine Hersteller- und Produkt-ID übermittelt, sobald es sich am Bus anmeldet - das ist seit 1996 Teil des USB-Standards. Das Dock nutzt ein Protokoll; das Ladegerät, das es versorgt, ein anderes. Nur eines der beiden überträgt eine Identität.
Was das für dich als Mac-Nutzer bedeutet
- Ein Apple-Ladegerät liefert dir auf dem Mac die umfassendsten Informationen - Name, Modell, Firmware, Seriennummer, Wattzahl und vollständige PD-Profilliste.
- Ein Drittanbieter-Ladegerät liefert dir korrekte Wattzahl und PD-Profile, aber keine Marke oder Modellangabe. Das liegt am USB-PD-Standard selbst, nicht an einer Einschränkung der App oder von macOS.
- Eine Powerbank wird dank des bidirektionalen Fähigkeits-Flags im Standard-USB-PD korrekt als Powerbank erkannt (statt fälschlich als Steckdosenladegerät).
- Verbundene USB-Geräte über ein Dock oder Hub werden meist bis zum Modell genau identifiziert, weil die USB-Enumeration diese Daten mitliefert.
Praktische Checkliste
- Zeigt ein Ladegerät “Power Supply”, ist das bei jedem Nicht-Apple-USB-C-Ladegerät normal. Wattzahl und PD-Daten sind trotzdem real und korrekt.
- Zeigt sogar dein Apple-Ladegerät länger als ein paar Sekunden nach dem Einstecken “Power Supply”, ist meist das Kabel der Übeltäter - neu einstecken oder Kabel wechseln.
- Willst du maximale Informationen auf einen Blick, ist ein Apple-Ladegerät auf dem Mac aus den genannten Gründen einzigartig gut unterstützt.
- Für die PD-Profiltiefe melden alle Ladegeräte ihre Profile, unabhängig von der Marke - genau hier liefert USB-Verbindungsinformationen echten Mehrwert, auch bei namenlosen Ladegeräten.
Quellen & weiterführende Literatur
- USB Power Delivery Spezifikation (usb.org) - das Standardprotokoll, mit dem Drittanbieter-Ladegeräte mit einem Mac aushandeln.
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